Die Firma

Biografie

Biografie

Seit Produzent Fader Gladiator und die beiden Rapper Tatwaffe und Def Benski fusioniert und DIE FIRMA gegründet haben, ist der Kölner Konzern aus dem hiesigen HipHop-Business nicht mehr wegzudenken.

Der FIRMA Style mit aufwändig produzierten Beats und Sounds und einer Mischung aus politischen Texten, Verschwörungstheorien, Lovesongs, Lebensstrategien und hämmernden Kampfansagen, war stilbildend und ist noch immer einzigartig im Deutschen HipHop.. Eine Gruppe, die HipHop immer schon als eine Kultur verstanden hat, in der Kreativität, künstlerische Einzigartigkeit und Mut zur Innovation mehr zählt als Schusswunden, Goldketten und massenhafter Frauenverschleiß.

Nach über 10 Jahren on the road weist das Kölner Trio einen Werdegang auf, der im deutschsprachigen HipHop seines gleichen sucht. Verwurzelt im Untergrund und doch immer die Charts im Visier, blicken sie zurück auf fünf Alben und über 800.000 verkaufte Tonträger. Mit jedem Release haben sie der Szene ihren ureigenen Firmenstempel aufgedrückt. Sie waren nominiert für den Echo »HipHop National«, den Bravo Otto und die Eins Live Krone. Im Januar 2009 wurden sie für über 320.000 verkaufte Einheiten ihrer Single »Die Eine 2005« mit Platin ausgezeichnet. Der Song zählt zu den erfolgreichsten Hip-Hop-Produktionen in Deutschland.

Produktinfo

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Nach 13 Jahren gemeinsamen Schaffens ist es nun an der Zeit, der erfolgreichen Firmengeschichte mit einem Best Of endlich Tribut zu zollen und ihr ein musikalisches Denkmal zu setzen. Und sie lassen es richtig krachen: 41 Tracks auf 2 randvoll gefüllten CDs - darunter Raritäten, Hits, bisher ungehörte Remixe und unzählige Features von Torch über Gentleman und von Curse bis Moses P.


(1998) Spiel des Lebens/Spiel des Todes

Obwohl die Platte heute unbestritten ein Klassiker der Deutschrap-Geschichte ist, war der Weg dorthin kein leichter. Das antagonistische Konzept dieses dramatischen Debüt-Epos war den Major-Labels damals zu sperrig. Um keine Kompromisse eingehen zu müssen, sah sich die Firma gezwungen, die Platte in Eigenregie auf dem extra dafür ins Leben gerufenen Label LaCosaMia zu veröffentlichen. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Bis heute ging das Album über 80.000 Mal über den Ladentisch. Damit war Spiel des Lebens/Spiel des Todes lange Zeit das bestverkaufte deutsche Rap-Album auf Independent-Basis. Musikalisch geprägt durch atemberaubend monumentale Klang-Konstrukte auf knochentrockenen HipHop-Beats von Fader Gladiator, verbalisieren Tatwaffe und Def Benski darauf die Dualität der Dinge: Yin und Yang, Wahrheit und Fiktion, gut und böse, Leben und Tod. Zu jedem Thema gibt es ein Gegenthema, eingebettet in ein unverwechselbares Soundgewand zwischen Orchestralität, liebevollen Filmzitaten und der genreüblichen Roughness. So hat Tatwaffe auf dem legendär-zeitlosen Nachricht aus Utopia als erster die Auseinandersetzung mit Utopien, Visionen und Verschwörungstheorien salonfähig gemacht und als neuen Themenbereich im hiesigen Rap-Zirkus etabliert. Aktionäre hingegen ist einer der rar gesäten Veröffentlichungen des erweiterten La Familia-Gefüges und mit seinem treibenden Pianoloop ein massiver Kollabo-Track-Meilenstein. Ihre leidigen Erfahrungen mit der Majorlabel-Maschinerie werden unmissverständlich verarbeitet in Scheiß auf die Hookline, wozu im Future Rock-Remix auch Kollege Torch auf ein paar Zeilen rumkommt und aus dem Nähkästchen plaudert. Und während Feuer zieh mit mir ein Battle-Brett allererster Kajüte darstellt, findet sich auch die erste Version von Die Eine auf dem Album, die sieben Jahre später zum ersten großen Hit der Band werden sollte.


(1999) Das zweite Kapitel

Longplayer Nummer 2 hat eine inhaltliche Vertiefung markiert, ein Reflektieren der Themen des Vorgängers und eine Konkretisierung in Punkto Aussage. Ein musikalischer Science-Fiction-Film, der die Ausnahmestellung der Firma weiter manifestiert hat. Das Stück Im Nebel der Geschichte vermischt elaborierte Verschwörungstheorien mit fiktiven Untergangsszenarien und ist (zumindest rückblickend) bereits durchzogen von einer bösen Vorahnung auf die tragischen Vorfälle vom 11. September. Die Gentleman-Kollabo Das neue Jahrtausend mit seinem grandios integrierten Sample aus Mozarts Symphonie in G-Moll ist auf vorliegendem Best Of selbstverständlich genauso vertreten wie die erste Single-Auskopplung der Band namens Kap der guten Hoffnung oder ihre Zusammenarbeit mit Creme De La Creme auf dem Stück Drei Chinesen. Wie hat es Tatwaffe seinerzeit doch mal recht treffend formuliert: »Tracks für den Kopf, fürs Herz und für den Arsch.«


(2000-2001) Features & Samplerbeiträge I und Der innere Kreis

Zwischen den Alben zwei und drei belieferten die Jungs nicht nur den Düsseldorfer Plattenpapzt für seine Full House-LP mit einem wuchtigen Track Für die Strassen, sondern kollaborierten auch von Von Anfang an mit Blutsbruder Gianni und Daddy Rings auf Pow. Selbstverständlich kam Die Firma auch im Circus Maximus von Fader Gladiators zweitem Solo-Album Der innere Kreis wieder zusammen


(2002) Das dritte Auge

Drei Jahre nach dem letzten Album der Firma kamen die drei Kölner mit ihrer dritten Platte Das dritte Auge zurück. Zentrales Element war auch hier wieder der ungebrochene Ehrgeiz dreier Individuen, etwas Besonderes leisten zu wollen. Melancholische Streicher- und Piano-Samples unterstrichen die eher nachdenklichen Texte, die inhaltliche Ernsthaftigkeit spiegelte sich immer auch auf der musikalischen Ebene wieder. Beste Belege dafür waren die fantastisch-visionäre Reise Auf die dunkle Seite des Mondes, die innere Auseinandersetzung mit dem Mosaik des eigenen Lebens oder die angenehm differenzierte Stellungnahme zu den Terroranschlägen vom 11. September auf Kein Ende in Sicht. Auf der anderen Seite gab es aber auch wieder massive Ansagen gen Konkurrenz, bouncende Belege ihrer Clubtauglichkeit und vertonte Ausrufezeichen wie auf Hör ma oder Die Firma Saga. Zur instrumentierten Großartigkeit von Fader Gladiator hieß es dazu in der Februar-Ausgabe der Juice: »Er fährt mit Afrika Bambaataa Autoscooter, nimmt Timbaland mit in die Oper, bringt beide danach zum Bahnhof und macht das Ding doch alleine.« Treffender hätte man es wohl kaum ausdrücken können.


(2003-2004) Features & Samplerbeiträge II und Volltreffer

Wie nicht anders zu erwarten, hat auch Tatwaffe mit seinem ersten Solo-Album einen akustischen Volltreffer gelandet. Hierauf wurde das komplette Spektrum der menschlichen Gefühlspalette für jedermann nachvollziehbar in komplexe Songstrukturen verwoben. Bester Beweis dafür war auf der einen Seite die Kopf-Hoch-Hymne und erste Single-Auskopplung So viel mehr sowie auf der anderen Seite die musikalische Verarbeitung des Verlusts seiner Großmutter auf Wir vermissen dich. Nicht zu vergessen die Firmen-Zusammenarbeit mit Label-Mate Nesti auf Wir, der den Zusammenhalt des LaCosaMia-Clans einmal mehr untermauert hat.


(2005) Krieg und Frieden

Wie bereits auf sämtlichen Alben zuvor, verband Die Firma auch auf Krieg und Frieden Hardcore-Produktionen mit kommerziell ausgerichteteren Tracks, ohne dabei jedoch je die eigenen Ansprüche und Ideale verraten zu haben. Mit mehr Instrumenten, mehr Musikern und mehr Themen, die auch Außenstehende ansprachen und nicht mehr nur für die klassische HipHop-Crowd relevant waren, eröffnete sich Die Firma neue Hörerschichten. Das trojanische Pferd dieser Mission war sicherlich die Neuauflage eines Tracks ihres ersten Albums, nämlich Die Eine 2005, mit der die Band Platin-Status erreicht hat. Möglich war die Umsetzung jedoch nur, weil die Geschichte vom Leben selbst diktiert wurde und keinem verkitschten Pop-Literatentum entsprungen ist. Denn der Begriff »Hardcore« wurde im Firmenkontext noch nie mit aufgesetztem Muskelspiel und Gangstergebahren, sondern viel mehr mit Ehrlichkeit, Offenheit und Authentizität übersetzt. Entsprechend straight fielen daher auch die Single-Auskopplung Spiel des Lebens mit einem imposanten Kinderchor, das nicht weniger epochale Die Firma II oder die Hater-Abrechnung Geliebter Feind mit Rap-Urgestein Moses Pelham aus, die den eingeschlagenen Weg der Firma weiter fortgeführt haben.


(2006) Features & Samplerbeiträge III

Im Jahr 2006 lag der Fokus bei LaCosaMia vor allem auf der Veröffentlichung von Nestis Vier Jahreszeiten. Einem Album, zu dem selbstverständlich auch Die Firma ein Feature beigesteuert hat – nachzuhören auf Irgendwann: Positive Messages und Feel Good-Attitude statt Räuberpistolen und musikalische Miesepetrigkeit. Ein Stück, das bereits die Ausrichtung des nächsten Firma-Albums vorgab.


(2007) Goldene Zeiten

»Wenn jemand unsere Sachen hört, dann weiß er genau: Das ist Die Firma und nix anderes – wenn’s was anderes ist, dann ist es nachgemacht«, erläuterte Fader Gladiator einmal seine Einschätzung zur Einzigartigkeit des Firmen-Sounds. Für Goldene Zeiten wurde ein ganzes Orchester ins Studio beordert Eine hörbare Unterstreichung des bereits erwähnten positiven Grundgedankens konnte man vor allem auf dem relaxten Glücksprinzip und Wunder nachhören, letzterer ein legitimer Nachfolger von Die Eine 2005. Doch das musikalische Spektrum reicht selbstverständlich sehr viel weiter, wie auf der brachialen Scheiß auf die Hookline-Fortsetzung oder der Gianni-Kollabo Keine Bodyguards nachzuhören ist. Mit C.J. Taylor schrieb man außerdem einen ausgefeilten Wunschzettel und hievte sich selbst aufs nächste Level - mit dem Juice-Exclusive Die Firma 3.0.